D&O-Versicherung: Für wen ist das Thema relevant?
Welche persönliche Haftung tragen Geschäftsleitung und andere Organe für Pflichtverletzungen, und reicht der zeitliche und personelle D&O-Schutz dafür aus?
- Geschäftsführungen, Vorstände, Aufsichtsorgane und Gesellschaften mit persönlichem Vermögensschaden-Haftungsrisiko
Was deckt eine D&O-Versicherung?
- Sind Innenhaftungsansprüche in D&O versichert?
Was ist geschützt?
- Prüfung und Abwehr behaupteter Pflichtverletzungen versicherter Organpersonen
- Befriedigung berechtigter versicherter Vermögensschadenansprüche aus Innen- oder Außenhaftung
- Je nach Vertrag Abwehrkosten, Rückwärtsdeckung, Nachmeldung, Tochtergesellschaften oder Fremdmandate
Was ist nicht automatisch geschützt?
- Wissentliche oder vorsätzliche Pflichtverletzungen, Strafen und Bußgelder sind nicht automatisch versichert
- Claims-made kann Schutz begrenzen, wenn Anspruch, bekannte Umstände, Rückwärtsdeckung und Nachmeldung zeitlich nicht passen
- Der gesetzliche D&O-Selbstbehalt betrifft Vorstände einer Aktiengesellschaft und nicht pauschal jede Rechtsform
Ausgangslage konkret erfassen
Rechtsform, Gesellschaften, Organe, Fremdmandate und tatsächliche Entscheidungsbefugnisse werden vollständig erfasst.
Betriebsrisiken aus der Tätigkeit ableiten
Eine Branchenbezeichnung reicht nicht. Entscheidend sind konkrete Tätigkeiten, Werte, Abhängigkeiten und die finanziellen Folgen eines Ausfalls.
- Tätigkeit
Leistungen, Produkte, Zielgruppen, Standorte und Fremdarbeiten beschreiben.
- Wirkung
Haftung, Sachwerte, Ertrag, Menschen und IT getrennt bewerten.
- Abhängigkeit
Kritische Personen, Anlagen, Dienstleister und Wiederanlaufzeiten erfassen.
- Nachweise
Umsatz-, Wert-, Sicherheits- und Prozessangaben aktuell dokumentieren.
Finanzielle Wirkung nachvollziehen
Innenansprüche der Gesellschaft und Außenansprüche Dritter können mehrere Personen und eine gemeinsame Summe beanspruchen.
Wann haftet ein GmbH-Geschäftsführer persönlich?
- Was bedeutet Claims-made bei D&O?
Geschäftsführer einer GmbH und Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft haben unterschiedliche gesetzliche Sorgfalts- und Haftungsregeln. Die Business-Judgment-Regel betrifft eine unternehmerische Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage zum Wohl der Gesellschaft. Claims-made-Prinzip bedeutet: Für die zeitliche Zuordnung ist typischerweise die erstmalige Anspruchserhebung maßgeblich. Das muss zur tatsächlichen Organrolle passen.
Welche Nachmeldefrist braucht eine D&O-Versicherung?
Der Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen Jahresvergütung betrifft nur die beschriebene Absicherung eines Vorstandsmitglieds einer Aktiengesellschaft, nicht pauschal jede Leitungsperson. Claims-made, Rückwärtsdeckung, Nachmeldefrist und Jahreshöchstleistung sind vertraglich zu prüfen.
Prüfung belastbar vorbereiten
Organigramm, Mandate, Vertragswechsel, bekannte Umstände und Krisenrisiken werden vor der Bedingungsprüfung dokumentiert.
D&O-Versicherung: Worauf sollten Sie achten?
- Rechtsform, Organstruktur, Tochtergesellschaften und Mandate
- Zeitliche Deckung einschließlich bekannter Umstände, Rückwärts- und Nachmeldung
- Versicherungssumme, Abwehrkosten, Selbstbehalte und Interessenkonflikte
D&O-Versicherung: Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
- Betriebshaftpflicht mit persönlicher Organhaftung gleichzusetzen
- Beim Versichererwechsel alte Pflichtverletzungen und später erhobene Ansprüche zu übersehen
- Eine gemeinsame Summe als exklusiv für nur eine Organperson anzunehmen
D&O-Versicherung: Wie sieht ein einfaches Beispiel aus?
Eine fiktive GmbH macht gegen ihre frühere Geschäftsführerin einen Vermögensschaden wegen behaupteter Organisationspflichtverletzung geltend. Geprüft werden Anspruch, versicherte Person, bekannte Umstände und Zeitpunkt der Anspruchserhebung. Das Beispiel bestätigt weder Haftung noch Deckung.
D&O-Versicherung: Wie gehen Sie jetzt sinnvoll vor?
Stellen Sie vorhandenen Schutz, finanzielle Folgen und Ihre Prioritäten gegenüber, bevor Sie eine konkrete Lösung auswählen.
- Rechtsform und Organigramm erfassen
- Versicherte Personen und Mandate bestimmen
- Innen- und Außenansprüche betrachten
- Claims-made und Nachmeldung prüfen
- Summe, Abwehrkosten und Selbstbehalte zuordnen
Kurz und verständlich beantwortet
Wer ist Versicherungsnehmer?
Typischerweise die Gesellschaft; versichert sind die vertraglich benannten Organpersonen.
Was ist Innenhaftung?
Ein Anspruch der Gesellschaft gegen eine eigene Organperson.
Was bedeutet Claims-made?
Maßgeblich ist typischerweise die erstmalige Anspruchserhebung, nicht nur der Zeitpunkt der Handlung.
Zahlt D&O bei Vorsatz?
Wissentliche oder vorsätzliche Pflichtverletzungen sind regelmäßig ausgeschlossen; Details regeln die Bedingungen.
Quellen und aktueller Prüfstand
Wir verlinken möglichst direkt auf Gesetze, Behörden und weitere fachlich geeignete Primärquellen. Maßgeblich bleiben der Einzelfall und die vollständigen Vertragsunterlagen.
Organstruktur, Claims-made und Nachmeldung sorgfältig abstimmen
Wir beginnen bei Ihrer Ausgangslage und der Frage „Welche persönliche Haftung tragen Geschäftsleitung und andere Organe für Pflichtverletzungen, und reicht der zeitliche und personelle D&O-Schutz dafür aus?“ Danach ordnen wir Bedarf, Grenzen und nächste Prüfschritte ohne pauschale Zusage ein.
Bitte im Erstkontakt keine Gesundheits-, Vertrags- oder Schadenunterlagen senden.
